Dramaturgie der Veränderung

Jeder Veränderungsprozess ist ein Weg ins Ungewisse, der einer immer wieder kehrenden Dramaturgie folgt; der Dramaturgie des Heldenprinzips®.
Die Höhen und Tiefen des Weges zeigen sich entlang dieses dynamischen Spannungsbogens. Widersprüche bringen den Prozess voran. Die kreativen, emotionalen, kognitiven und körperlichen Potentiale der beteiligten Menschen werden ganzheitlich eingebunden. Dies öffnet den Weg für gänzlich andere Vorgehensweisen und Lösungen als bei der Bearbeitung des Veränderungsprozesses in technizistischen Schrittfolgen. Wachstum und Wandel werden in voller Lebendigkeit  gestaltbar.

Das Grundmuster des Heldenprinzips®
der Weg des Helden (Mensch|Team|Organisation)

… umfasst einen Zyklus
teilt sich in zwei Hälften – die bekannte und die unbekannte Welt
… markiert die Übergänge durch eine Schwelle
… gliedert den Prozess in 3 Akte
… unterteilt die Akte in spezifische Schritte|Szenen

1. Akt | Aufbruch
2. Akt| Land der Abenteuer [Landschaft der Prüfungen]
3. Akt | Rückkehr

___________________________________________________________________________________________________________________

1. Aufbruch

Ruf versus Weigerung

Der HELD (Mensch/Team/Organisation) vernimmt im gewohnten, bekannten Umfeld den Ruf, sich von den Mustern und Gewohnheiten der alten Welt zu lösen und sich ins Ungewisse zu wagen: Etwas liegt im Argen oder neue Horizonte öffnen sich. Wie es ist, kann es nicht bleiben, wo er ist, kann er es nicht ändern. Notgedrungen oder aus freien Stücken zieht es den Helden fort aus dem vertrauten Status Quo (I.1). Hier beginnt die Reise des Helden. Zwar ist der Ruf zur Tat vernommen, doch ist der HELD vorerst im Widerstand und nicht sofort zum Aufbruch bereit. Innere und äußere Stimmen halten ihn fest, denn es gibt triftige oder auch fingierte Gründe, dass er sich dem Abenteuer nicht stellen sollte; so gefährlich, so anders, so ungewohnt, so unsicher. Die Ambivalenz zwischen Verharren und Aufbrechen zeigt sich in der Weigerung (I.2). Es braucht Unterstützung und Unterstützer, die Mut machen und vorantreiben. Die Begegnung mit dem Mentor (I.3), eine stützende Person, die mehr weiß und erlebt hat als der Held. Oder eine Situation gibt die notwendigen Ressourcen und macht Mut,  die Schwelle in das Unbekannte zu überwinden. So ausgerüstet führt der Weg des Helden unabwendbar auf die Schwelle zu, die die bekannte und die unbekannte Welt voneinander trennt. Hier prüft  der Schwellenhüter, ob der Held gut gerüstet ist für den Weg ins Unbekannte. (Überwindung der ersten Schwelle, I.4)

2. Land der Abenteuer

Landschaft der Prüfungen

Der HELD (Mensch/Team/Organisation) stellt sich in unbekanntem Terrain risikoreichen Prüfungen und gefahrvollen Bewährungsproben, von denen zu Beginn niemals klar sein kann, worin sie bestehen. Der Weg der Prüfungen (II.1) umreißt die herausfordernden Aufgaben, die der Protagonist bewältigt oder auch noch nicht. Kernpunkt ist die Öffnung für eine schöpferische Auseinandersetzung, die sich zeigt in Widersprüchen, Hindernissen, Ambivalenzen und Polaritäten. Zentral sind das Loslassen alter Denk- und Handlungsmuster und das Zulassen von wirklich Neuem. Dabei lernt der HELD, Beistand und Verbündete zu finden, Hindernisse auszuhalten und Misserfolge zu verarbeiten. Sein Weg führt unausweichlich zur größten Herausforderung, wo mit großem Risiko und hohem Einsatz die entscheidende Prüfung (II.2.) angenommen und die stärkste Angst besiegt wird. Für seine  Anstrengungen wird er mit dem Elixier belohnt, das seinem Ruf entspricht. Mit dieser Belohnung (II.3) muss und kann die zweite Schwelle zurück in die Normalität überwunden werden.

3. Rückkehr

Transformieren und Integrieren

Der HELD (Mensch/Team/Organisation) hat seine Quest (Suche) noch nicht beendet. Nochmals muss er alle Kräfte mobilisieren, die erworbenen Fähigkeiten unter Beweis stellen und weitere erringen. Die Rückkehr umfasst zugleich die Schwierigkeit und die Freude, das errungene Gut und die neue Identität in die bekannte Welt zurück und dort zur Wirkung zu bringen. Wie das Gewonnene über die zweite Schwelle geborgen werden muss, zeigt die Überwindung der zweiten Schwelle (III.1). Für das Etablieren einer neuen Qualität in der vertrauten alten Welt braucht der schwierige Rückweg (III.2) die Integration der Erfahrungen und Errungenschaften in den Alltag. Erworbene Kompetenzen müssen in die tägliche Praxis transferiert, dort integriert und fest verankert werden. Endlich zurückgekehrt, ist der HELD gereift und verändert. Nun gestaltet er seine Realität aus anderer Perspektive, sich selbst und das Umfeld verwandelnd. Als Meister zweier Welten (III.3) ist der Held handlungsmächtig, wenn der neue Zustand alltägliche Selbstverständlichkeit ist.